Wir haben die Ergebnisse der some.io-Umfrage zu „Social Media Management in Kommunen“ bereits hier und hier publiziert. Nun wollen wir genauer schauen, welche Schlüsse Kommunen aus der Umfrage ziehen können, um ihre Präsenz in sozialen Netzwerken zu verbessen.

Immer mehr Kommunen nutzen nicht nur Facebook & Twitter, sondern probieren "neuere" Netzwerke wie z.B. Instagram aus.

Immer mehr Kommunen nutzen nicht nur Facebook & Twitter, sondern probieren „neuere“ Netzwerke wie z.B. Instagram aus.

1. Eine Social-Media-Strategie erstellen

Über 50% der Kommunen gaben an, keine Social-Media-Strategie oder Richtlinien für Social Media zu haben. Eine Social-Media-Strategie legt die Basis für die Arbeit in sozialen Medien und ermöglicht eine Überprüfung des eigenen Erfolgs. Zudem hilft der strategische Prozess bei der Verordnung der Social-Media-Kanäle im Kommunikationsmix der Kommune.

Eine Strategie ermöglicht es weiterhin, erreichte Resultate mit im Voraus gesetzten Zielen zu vergleichen. Hat man das Ergebnis dort verbessern können, wo es der Kommune auch strategisch am wichtigsten ist? Auch können Richtlinien für die Inhalte und Zielgruppen festgelegt, sowie eine Regelmäßigkeit der Beiträge im Team vereinbart werden. Das bewahrt einen vor peinlichen oder gar fatalen Fehler in sozialen Medien.

2. Mehr Interaktion erzeugen

Von den befragten deutschen Kommunen gaben sich die aller meisten die Schulnote 2 oder 3 für ihre Social Media Präsenz. Womit man nicht zufrieden war?

“Der Auftritt ist gut, aber es müsste mehr Administratoren geben und mehr Beiträge aus unterschiedlichen Bereichen veröffentlicht werden.”

“Aufgrund der personellen Situation ist eine intensive Betreuung nicht möglich, sodass die Kanäle auch nicht das erwünschte Wachstum aufweisen können.”

Viele Kommunen beschreiben tatsächlich personelle Ressourcen als Hauptproblem dafür, dass die Interaktivität in Social Media bescheiden bleibt. Stehen nur wenige Ressourcen zur Verfügung kann eine Fokussierung auf eine Teilzielgruppe bessere Erfolge bringen. Der Wunsch alle Bereiche und alle Zielgruppen abzudecken ist ohne großen Aufwand nur schwer zu erreichen.

Interaktion kann auch durch spezielle Kampagnen erzielt werden. Haben Sie schon mal ein Gewinnspiel in Social Media durchgeführt? Oder eine Veranstaltung auch online gestaltet? Wie fordern Sie Ihre Bürger auf, im Netz und in Social Media teilzunehmen?

3. Das Social Media Team effektiv koordinieren

Die an der Gestaltung der Social Media Profile beteiligten Personen sollten möglichst effektiv koordiniert werden können, sowohl durch Absprachen als auch z.B. durch das Einführen des Vier-Augen-Prinzips.

Ein Drittel der veröffentlichten Beiträge sind laut unserer Umfrage spontane Reaktionen zu aktuellen Ereignissen. Diese Zahl sollte auch hoch sein, da schnelle Antworten und Rückmeldungen einen guten Kundenservice ausmachen. Spontane Reaktionen verlangen auch eine bestehende Vereinbarung darüber, wer welche Fragen beantworten kann und darf, und wer im Notfall weitere Informationen geben kann.

Was die restlichen 66% der Beiträge angeht, könnten diese im Team noch besser in einem Redaktionsplan festgelegt und früher geplant werden. Wer genau ist für Freigaben verantwortlich? Laut unserer Umfrage sind es durchschnittlich 5–6 Personen, die die Profile einer Kommune betreuen. Wie sehen die wöchentlichen Deadlines aus? Welche Beiträge kann man weit im Voraus planen? Wo wird all diese Information festgehalten? Auch hier hilft eine gemeinsam festgelegte Social Media Strategie, die so gut wie möglich umgesetzt und bewertet wird.

Wenn möglich, sollte jemand in der Kommune als Hauptarbeitsaufgabe haben, die Social Media Profile der Kommune zu betreuen, und dabei von verschiedenen Abteilungen und Themenbereichen sich Unterstützung holen, um die aktuellsten und besten Inhalte erstellen zu können.

4. Neue Social Media Plattformen testen

Facebook ist auch unter den befragten Kommunen die beliebteste Social Media Plattform. Auf der Plattform werden zusammen mit Twitter die meisten Beiträge veröffentlicht und es fließen die meisten Ressourcen in die Betreuung. Dabei gibt es neue Plattformen, die kurz vor dem Durchbruch sind oder immer populärer werden, besonders unter den jüngeren Bürgern, die von vielen Kommunen als wichtige Zielgruppe genannt werden.

Mit etwas Mut und Probierlust kann auch ein Instagram-Account zum Social-Media-Erfolg beitragen: zum Beispiel Nürnberg, Linz, Aachen und Ulm auf Instagram gewagt.

Aber auch Klassiker wie der Blog können Kommunen in ihrer Online-Kommunikation helfen und werden von Kommunen noch kaum genutzt.

Wir hoffen, dass diese Tipps Ihrer Kommune helfen, sich schneller im Bereich Social Media zu entwickeln, höhere Interaktivität zu erzielen und stärkere Resonanz zu erzeugen!

Wie nützlich scheinen Ihnen diese Tipps? Wir sind gespannt auf Ihre Rückmeldungen!